Donnerstag, 20. April 2017

MÜSSEN und SOLLEN werden gestrichen


Seit meinem letzten Post sind jetzt 4 Wochen vergangen - 4 Wochen, in denen eine Menge passiert ist.
Ständig hatte ich das Gefühl, ich trage etwas Unausgegorenes mit mir herum und anstatt in die Tiefe zu gehen, habe ich mich dem Flow hingegeben und die Wellen abgesurft, die sich mir entgegenstellten. 

Es gab einiges zu bewältigen: der Tod einer lieben Freundin, schlechte Blutwerte, die eine neue gesundheitliche Baustelle ankündigen und über allem steht unser Umzug, der ab dem 1.Mai in die heisse Phase geht. 
Zwischenzeitlich habe ich wieder den Anfang auf meiner Yogamatte gemacht - das war ein grossartiges 'Coming home'!
Aber leider auch ein schmerzhaftes, denn ich musste spüren, dass mein Gesundheitszustand meinen Körper verändert und geschwächt hat. 
Für mich bedeutet das, dass ich mit ganz viel Selbstliebe und Achtsamkeit bei Null und noch weniger anfangen muss. Und das ist ein Umstand, den auch ich immer wieder neu lernen muss.

Seit vier Wochen navigiere ich also mehr oder weniger improvisiert durch den Alltag und meine meterlange To-Do Liste ist mein ständiger Begleiter.
Hier notiere ich alles nach Sachgruppen geordnet, was ich alles erledigen will und was mir wichtig ist - 
nur stand kein einziges Mal darauf, dass ich mir wieder Freiraum für meine Malas schaffen möchte. 

Mein Arbeitsplatz besteht seit einiger Zeit nur noch aus einem zusammengewürfelten, schreibtischähnlichem Ensemble, welches immer wieder umgestellt und umgeräumt wird.
Zwar steht dort meine Perlenkiste und mein Werkzeug - aber mein Ruhepol und mein Ort der inneren Einkehr ist das nicht mehr.
Immer wieder denke ich, dass ich diesen Bereich endlich mal neu sortieren muss. Dass ich mal wieder ein paar schöne Malas knoten sollte.
Aber MÜSSEN und SOLLEN sind die Feinde der Kreativität und somit herrscht schlichtweg eine Funkstille, die mich bedrückt und mit der ich mir selbst ein schlechtes Gewissen mache. 

Lange habe ich überlegt, wie ich dieses räumliche und mentale Problem angehe und noch viel länger war ich ratlos. Das Ego flüstert Worte des Selbstzweifels in mein Ohr und das Herz wird ganz klein und leise.
Keine gute Vorraussetzung, um eine kreative Blockade zu lösen!

Heute Morgen habe ich dann (wie so oft)in Ruhe Kaffee gekocht.
Der Geruch der gemahlenen Bohnen stieg mir in die Nase und mit einem klitzekleinen Lächeln habe ich beobachtet, wie das kochende Wasser durch das Kaffeemehl wallt.
Wie sich Kaffeeduft entwickelt, wenn es zaghaft aus dem Filter zu tropfen beginnt. 
Wie sich dunkle Wolken in der Pflanzenmilch abzeichnen.

Und wie sehr ich diesen kleinen Moment der Achtsamkeit geniesse. 

Und genau IN DIESEM MOMENT wusste ich, was ich tun MÖCHTE. 
Nicht MUSS oder SOLL. 
Sondern was mein nächster Schritt ist - auch wenn dieser bedeutet, dass ich kurz rückwärts gehe. 

Ich werde ab heute meinen Shop schliessen.
BÄM!

Um mich von dem Druck zu befreien, immer etwas für dieses Kundenschaufenster zu produzieren - sich immer neu erfinden zu müssen.
Denn ich war glücklicher und produktiver, als ich intuitiv und impulsiv gearbeitet habe. Als die Malas einfach entstanden sind und ich sie dann zufrieden online zeigen konnte. 

Zugegeben - ein Shop gehört zum eigenen Aushängeschild. Zum offiziellen Auftritt. Denn oft orientieren sich Kunden erstmal dort und verschaffen sich einen Überblick über Preise und Möglichkeiten. 
Ein weiteres Argument dafür ist die Abwicklung der Bestellungen. 
Alles ist wohl organisiert und wirkt auf den Kunden sortiert und professionell. 

ABER ich entscheide mich trotzdem dageben.
Gehe einen Schritt zurück, um damit einen Schritt nach vorne zu machen.

Denn was ist das Wichtigste, bei dem was wir tun?

LOVE what you DO.
DO what you LOVE.

Und dem werde ich kompromisslos folgen. 

Ich trinke jetzt meinen wohlverdienten zweiten Kaffee und geniesse jetzt einfach meinen persönlichen Befreiungsschlag.
Vielleicht sortiere ich später noch mein Material - vielleicht lege ich mich aber auch in die Sonne und lasse mich von Inspiration küssen.  

Egal wie - I'm back on track. Und mache, was ich MÖCHTE. 



Namasté, meine Lieben!



 


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