Montag, 6. März 2017

Mommindful goes Minimalismus


Diese Woche kommt hoffentlich der Mietvetrag für das neue Haus - und mit den Unterschriften darunter besiegeln wir ein neues Kapitel in unserem Leben.

In unserem Denken haben wir schon lange neue Seiten aufgeschlagen und für uns war klar, dass wir bald den nächsten Schritt gehen, um das auch in die Tat umzusetzen.

Denn wenn wir von 'Neuorientierung' reden, dann sprechen wir nicht nur davon, dass wir in ein anderes Bundesland ziehen. Oder in Richtung Norden. 
Wir reden da vor allem auch über die Ausrichtung unserer Familie. Über Werte. Und den Weg, den wir mit unserer Erziehung einschlagen möchten. 

Bisher haben wir in einem grossen und mehr als gut ausgestatteten Haus gelebt. Es gab Platz ohne Ende und wenn ich Euch erzähle, dass unsere Kinder bobbycarfahren im Wohnzimmer gelernt haben, ist das kein Witz. 
Mehrmals im Jahr haben wir umgeräumt und die Möbel neu arrangiert. Jeder schlief mal wo anders und die Möbel rotierten lustig mit, denn räumlich gab es keine Platzbeschränkung.

Mit der Zeit wurde aber diese Flexibilität und das Platzangebot zur Last.
In den Köpfen der Kinder wurden die Annehmlichkeiten zur Normalität und es entstand Anspruchsdenken und Erwartungshaltung. Es wuchs ein verzerrter Blick auf das Leben anderer Menschen - auf Menschen, die nicht so viel Platz und Ressourcen zu Hause haben.
Auf Menschen, die vielleicht nicht so üppig und unbeschwert wohnen. Auf Menschen, die aber trotzdem glücklich sind mit dem wenigen, was sie haben. 

Oft habe ich mit meinem Herzensmann abends darüber dieskutiert, was da in den Köpfen der Kinder passiert. Was sich da formt - und vor allem, WER sich da formt.
Wir haben uns tiefe Gedanken darüber gemacht, was wir den Kindern mit auf den Weg geben wollen und welche Werte uns wichtig sind.

Wir kamen zu dem Schluss, dass wir dieses Platzangebot nicht mehr möchten. 
Denn dieser Platz und die Grösse des Hauses hat uns spürbaren Erhaltungsdruck erzeugt. Nicht nur im finanziellen Sinn - sondern auch darin, wieviel Zeit dabei investiert werden muss, um das alles zu erhalten und zu pflegen.
Uns wurde klar, dass wir diesen Lebensstil nicht brauchen, um glücklich zu sein. Und dass es andere Werte sind, die das Leben bereichern und Kinder wachsen lassen.  

Wenn wir in dieser Woche den neuen Mietvertrag unter Dach und Fach bringen, nehmen wir einen grossen Schritt in die Umsetzung unserer Überzeugung. 
Denn dann besiegeln wir eine 180 Grad Kehrtwende, die nachhaltig unser Leben verändern wird.

Nein, nicht, weil wir damit in letzter Konsequenz in einer anderen Stadt neu beginnen werden - wir werden die HÄLFTE unseres Hausstandes auflösen und von einem 200qm Haus mit üppigem Raumangebot in ein kleines 100qm Haus ziehen, welches noch nicht einmal einen Keller hat. 
Wir werden uns von allem trennen, was wir nicht brauchen und mit dem umziehen, was die Essenz unseres Lebens ist.

Denn es zählt nicht, was wir besitzen.
Es zählt, wer wir sind und was wir zu geben haben. 
Und DAS kann man auch mit ganz wenig.
Mit wenig Platz im Haus - und ganz viel Platz im Herzen.


Namasté,
meine Lieben.
 
Eure Wiebke

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