Donnerstag, 21. September 2017

Du bist anders



DU BIST SO ANDERS - wie oft habe ich diesen Satz in meinem Leben bisher gehört?
Und momentan hört ihn mein wunderbares Braunauge ganz oft.

Anders - weil sie oft abends weint.
Anders - weil sie unbändig lachen und sich darin vergessen kann.
Anders - weil sie mit Tieren spricht. Und sie mit ihr.
Anders - weil ihre Augen so viel mehr sehen als die ihrer Freundinnen.

Im Zuge unseres Umzugs stand natürlich auch ein Schulwechsel an. Neue Lehrer, neue Freunde, neue Abläufe.
Das alles ist schon recht viel für ein Kind und so gebe ich mir grosse Mühe, unsere Kinder zu begleiten und zu unterstützen. 
Während der sanfte Riese und das zarte Blondchen mutig und entschlossen ihren Weg gehen, hadert das Braunauge. Und zwar nicht nur mit der Schule. Den Noten. Den neuen Freundinnen.
Nein. Mit sich.

Ihr Kopf ist durcheinander und die Gefühle wirr. Sie vergisst ganz viel und denkt an so vieles. 

Mir war immer bewusst, dass sie ein besonderes Kind ist. Ich habe sie 'Fühlkind' genannt und war stolz, ein so wildes und wahrhaftiges Mädchen geboren zu haben, welches tiefes Glück empfindet, wenn es die Nase im Wind und die Füsse im Matsch hat.

Ja, zugegeben. Das ist auch anstrengend. Denn was sie fühlt, das fühlt sie. Mit jeder Zelle und mit jedem Millimeter ihres Seins. Da wechseln Freude und Tränen wie die Wolken am Himmel und was sie hat, ist nie genug. Sie will mehr von allem. Mehr von der unendlichen Fülle und weint dann bitterliche Tränen, weil am Ende alles zu viel für ihre kleinen Schultern ist.

'Mama. Das Leben ist so schwer' sagte sie kürzlich zu mir und dann viel sie weinend in meinen Arm. Was tut dann eine Mutter? 

Ich habe mich hingesetzt und überlegt, in welchen Bereichen ich ihr helfen kann - denn ganz klar ist: da ist Fingerspitzengefühl und behutsames Vorgehen gefragt. 
Um sie besser zu verstehen, habe ich mir Rat bei meinen weltbesten Freundinnen geholt und dann Bücher als Hilfestellung bestellt. 

Was soll ich sagen?

Bereits auf den ersten Seiten kamen mir die Tränen. Jedes Wort sank so tief in mich hinein, dass vor meinem geistigen Auge ein Film ablief.

Ich - in der Schule. Ich - zu Hause. Ich - als meine Eltern stritten. Ich - die immer 'anders' war. 

Ich las und las und las. Mit jeder Zeile kam die Erinnerung. Mit jedem Wort wurde mir klar, warum mein Braunauge so ist, wie sie ist. 
Und mit jeder Seite verstand ich, welches Erbe da weiter gegeben wurde.

Was zu meiner Kindheit niemand formulieren konnte, hat jetzt einen validierten Namen.
Und wo meine Mutter oft verzweifelnd vor mir sass und sagte 'Kind - ich weiss nicht, was mit Dir los ist. Du bist so anders als die anderen Kinder' , weiss ich heute, dass ICH das bin, was man HOCHSENSIBEL nennt.

Mein wunderbares Braunauge ist in meine Fußstapfen getreten und niemand wird sie besser verstehen als ich. 

Ab jetzt ist mir klar, was ich für sie tun kann - denn mit jeder Hilfestellung helfe ich auch mir. Ich brauche nur die Augen zu schliessen und MICH in ihrer Situation sehen. 
Dann muss ich mich einfach mit DEM verbinden, was mich in meinen Meditationen berührt und sie dorthin bringen, wo ich Ruhe finde und sie sich auf das Wesentliche besinnen kann. 

Ich muss ihr etwas sagen, was meine Eltern NIE zu mir gesagt haben:
Statt 'Du bist so anders' sage ich ihr jetzt jeden Morgen und jeden Abend die folgenden Worte:

DU BIST SCHÖN.


Bis bald!
Namasté!

Montag, 18. September 2017

100 Tage



Manche Grenzen muss man überschreiten, 
um zu sehen, wo sie liegen. 


Ja, ich weiss. Mein Leben und mein Gesundheitszustand bieten mir EINIGES an Herausforderung. 
Aber an manchen Tagen erwische ich mich dabei, dass ich die Dinge wieder in der Hand haben möchte - dass ich SELBST bestimmen will, wie weit ich gehe und wo meine Grenzen liegen.

Ich möchte aktiv sein. Und DEM entgegensteuern, was sich eingeschlichen hat. Was mich behindert und was Ballast für mich bedeutet. 

Klar, wir reden jetzt nicht davon, dass ich wieder täglich 15km laufen möchte - denn DAS wäre eine Challenge für die 'alte' Wiebke gewesen.
Ich rede davon, dass ich mich achtsam im Hier und Jetzt vorwärts bringen möchte und das bedeutet auch, dass ich ehrlich zu mir bin und mir eingestehen muss, dass nur kleine Schritte gehen.

ABER IMMERHIN!

Jeder Schritt zählt. Und die Entschlossenheit, etwas zu ändern.

Was?

Ernährung: jeden Tag einen grünen Smoothie, kein Zucker mehr, kein Weissmehl UND KEINEN KAFFEE mehr
Sport: jeden Tag 30 Minuten - Laufen/Yoga/Krafttraining wäre mein Optimum

Und das Ganze wieder für 100 Tage!

Soll ich ganz ehrlich sein?
Ich bin wild entschlossen, voller Enthusiasmus - aber auch voller Zweifel.
Aber anstatt jetzt hier rumzugrübeln mache ich es jetzt einfach.
Punkt.

Heute ist Tag 1. Und wann startest Du?


 

Donnerstag, 31. August 2017

Mee(h)r


Ja, ich weiss.
Ich bin da, wo ich hin wollte.
Es hat Kraft gekostet. 
Freundschaften? 
Tränen?
Ja, auch Geld.

ABER.
Das reicht nicht,
Und HIER ist noch lange nicht Ende.

Ende des Traums.
Ende des Himmels.
Ende der Vorstellungskraft. 

Denn jetzt geht es weiter.
Mit Wind von vorne.
Denn da ist noch so viel mehr zu entdecken.
Und die Sterne sind hier am Meer zum greifen nah. 

Ja, ich weiss. 
Ich bin da, wo ich hin wollte. 

Aber wer sagt, wo der eigene Horizont endet?
 


Mittwoch, 9. August 2017

Ich bin keine Maschine



Gestern hat sich ein Lied in meinen Kopf gebohrt - ein Lied, dass gerade genau meinen Nerv trifft.

Denn nach all' den arbeitsreichen und emotionalen Wochen nimmt sich mein Körper eine Auszeit. Völlig ungeplant, ungelegen und sehr schmerzhaft.
Einfach so. Von jetzt auf gleich. 

Zeit, um die letzte Zeit Revue passieren zu lassen.
Zeit, den Songtext zu lesen.

Zeit zu verstehen und zu fühlen - was der Titel bedeutet.

Ich bin doch keine Maschine - Tim Bendzko

Einfach so weitermachen ist keine Option
Ich muss hier ausbrechen - wenn du das hier liest, bin ich schon auf und davon
Ich will mein Leben selbst gestalten, muss es wenigstens probieren
Ich brauche die Kontrolle zurück, kann nicht mehr nur funktionieren

Ich bin doch keine Maschine!
Ich bin ein Mensch aus Fleisch und Blut
Und ich will leben, bis zum letzten Atemzug
Ich bin ein Mensch mit all meinen Fehlern
Meiner Wut und der Euphorie
Bin keine Maschine,
ich leb' von Luft und Fantasie

Es gibt noch so viel Außergewöhnliches zu erleben
Die ganze Welt steht mir offen, ich steh' wie angewurzelt daneben
Ich liege in Ketten aus unausgesprochenen Regeln
Trete auf der Stelle, aber muss mich frei bewegen


Ich bin doch keine Maschine!
Ich bin ein Mensch aus Fleisch und Blut
Und ich will leben, bis zum letzten Atemzug
Ich bin ein Mensch mit all meinen Fehlern
Meiner Wut und der Euphorie
Bin keine Maschine,
ich leb' von Luft und Fantasie
Von Luft und Fantasie

Dienstag, 8. August 2017

Angekommen - dritter Teil



Die letzten beiden Wochen waren turbulent - die Vorbereitung des Schulanfangs stand bevor und zum ersten Mal mussten DREI Kinder in die Schule und DAS heisst nicht nur, dass ein kleiner Schulanfänger startet.

Material, Schulbücher, Hefte, Mappen - alles mal drei und alles musste bestellt, eingeschlagen, beschriftet und sortiert werden. Streckenweise sah es hier aus wie in einem Schreibwarengeschäft, aber unsere ansässige Buchhandlung hat mir an allen Ecken und Enden unter die Arme gegriffen.

Die grossen Kinder waren sehr aufgeregt und konnten die letzten Ferientage nur schlecht aushalten. Sie wollten die neuen Schulen sehen und endlich Kontakt zu den baldigen Klassenkameraden haben. 
Wir sind täglich den Schulweg mit dem Fahrrad abgefahren und bei den abendlichen Spaziergängen mussten wir es immer wieder bestätigen: es ist SO cool, dass wir hier sind!

Denn der neue Schulweg führt durch ein grosses Wohngebiet und aus allen Strassen kommen morgens die Schüler und gemeinsam geht's dann in Richtung Schule.
Die grosse Schule liegt neben der Grundschule - und während das grosse Kind mit dem Rad fahren kann, dürfen die Kleinen noch eine Zeit lang zu Fuss gehen. 

Seit gestern ist nun der Moment da, an dem ich morgens das Haus für mich habe. 
Die Meisten zwinkern mir jetzt wohl zu und fragen : "Na? Bist Du jetzt nicht froh, dass alle aus dem Haus sind?" und ich muss zugeben, dass ich NICHT froh bin.

Ich bin ein wenig erleichtert, etwas mehr Raum für meine eigenen Gedanken zu haben und ich bin froh, genau jetzt ein paar Positionen weniger auf meiner To-Do Liste zu haben. 
Aber ich habe jede Minute der vergangenen Wochen mit meinen Kindern genossen, denn sie hat uns nicht nur zusammengeschweisst - nein. 
Sie hat die Drei stark gemacht, um jetzt richtig durchzustarten und mit Energie und Freude ein neues Kapitel in ihrem Leben zu beginnen. 

Bis bald!
Namasté!


Donnerstag, 27. Juli 2017

Angekommen - zweiter Teil


Der Sekt im Bett hatte es besiegelt - wir waren jetzt hier und alles andere zählte nicht mehr.

Am Morgen machte sich dann etwas Ernüchterung breit:
die Kinder wollten Ferienspass und im Wohnraum stapelten sich die Kartons bis unter die Decke. 

Und obwohl ich schon in den vergangenen Monaten die HÄLFTE unseres Hausstandes aufgelöst, verkauft und verschenkt hatte, sah es so aus, als ob sich diese Berge NIE und NIMMER verstauen lassen würden. 
Atmen. Lächeln. Ärmel hochkrempeln. 

Und bereits nach drei Tagen intensiver Arbeit und noch viel intensiverem Kaffeegenuss konnte ich die ersten leeren Kartons fotografieren und per Kleinanzeige verschenken!
Das war schon mal ein Anfang!

Meine Tage waren ab jetzt eine wilde Mischung aus 'dem normalen Wahnsinn' (also Kochen, Einkaufen, Aufräumen, Wäsche, Hunde, Kinder, Haus) und dem hausgemachten Chaos, welches man nur scheibchenweise bezwingen kann, wenn mann 'nebenher' noch 3 Kinder und 2 Hunde hat....
Ihr ahnt es sicher.

Da gerät schon mal der eine oder andere Bereich in Schieflage und oft genug musste ich eine 'Baustelle' abbrechen, weil die Kinder jetzt dann eben Hunger hatten oder das Planschbecken aufgebaut werden musste. 
Und ganz ehrlich: manchmal musste ich mich auch einfach mit einem Kaffee in die Sonne setzen und mal fünf Minuten nichts tun.
Nichts tun und mal kurz begreifen, was hier gerade alles passierte.

Begreifen, dass wir es tatsächlich getan hatten: 

wir hatten alle Brücken hinter uns abgebrochen, um neue daraus zu bauen.  

(Fortsetzung folgt)


Bis bald, Ihr Lieben!
Namasté!


Mittwoch, 26. Juli 2017

Angekommen - erster Teil


Vor 26 Tagen sind wir umgezogen.

Wir saßen auf den Stufen unseres 'alten' Hauses und konnten das Chaos nicht fassen. 
Die Kinder kamen mittgas vom letzten Schultag mit Zeugnissen, Abschiedsschmerz und Tränen nach Hause und ein Grossteil unserer Einrichtung stand noch auf der Strasse: 

der Umzugs-LKW war zu klein.

Belastungsgrenze?
Supergau?
Weinen?
Schreien?

In diesem Moment entlud sich der ganze Druck der letzten Monate. 
Alles war geplant. Alles lief gut. Sogar erschreckend gut.
Und dann DAS.

Das Umzugsunternehmen hatte sich verschätzt.

Es folgten zwei Tage, die ich wirklich NIEMANDEM wünsche. 
Zwei Tage, in denen ich mich immer wieder ermahnt habe, ruhig zu bleiben. Positiv zu bleiben. Und wenn schon nicht um meinetwillen - dann wenigestens, damit das Chaos nicht über die Kinder schwappt. 

Abends dann gab es Sekt im Bett.
Zum Runterspülen. Zum Feiern. Zum Zeichen setzen. 

Denn wir wollten über die überwundenen Hindernisse endlich lachen. Endlich erleichtert sein. 

Wir waren endlich ANGEKOMMEN und mit diesem Moment sollte alles vergessen sein. 

(Fortsetzung folgt)

Bis bald, meine Lieben!
Namasté!


Montag, 12. Juni 2017

Goodbye



Put down your phone and pick up your life. 

Diese Worte haben mich letzten Freitag begrüsst, als ich meine Pinterest-Watchlist öffnete. Für einen kurzen Moment habe ich gezögert - dann habe ich Pinterest geschlossen und gleich darauf meine Social Media News abgesurft.

Samstag Mittag hatte ich dann Zeit allein im Auto. Ich war auf dem Weg zu einer schönen Verabredung mit zwei Mädels vom besten Frauenclub aller Zeiten (meinen 'Uschis'). Ich habe Mantren gehört und gesungen und sofort stellte sich bei mir diese Klarheit im Kopf ein, die ich schon seit ein paar Tagen vermisste.
Und da ploppte vor meinem geistigen Auge wieder dieser Spruch auf.

Ich musste gar nicht lange nachdenken und wusste gleich, was das für mich - für die jetzige Situation bedeutet, denn die heisse Umzugsphase (und ich sage Euch, die ist wirklich sehr heiss) beginnt jetzt.
Nicht nur, dass wir hier schon in Umzugskartons sitzen und noch immer weiter gepackt werden muss - nein. So langsam manifestiert sich auch der emotionale Umzug.
Die Kinder sind oft nachdenklich. Weinen manchmal, wenn sie an ihre Freunde denken und packen dann schweren Herzens ihre Kisten.  

Und genau DA brauche ich jetzt meine Zeit.
Ich möchte mit Ihnen lachen und weinen. Mich verabschieden und noch mal letzte Wege gehen. Abschiedsmuffins backen und für sie der Anker im Meer der Gefühle sein.

'Mama - ich hab' Angst. Aber ich freu' mich auch. Mit DIR schaffen wir alles'.

Das waren die Worte aus dem Mund vom wilden Braunauge. Und diese Worte beschreiben alles.

Mein Entschluss steht seit meiner Autofahrt also fest und wird heute umgesetzt: 

ich werde die Social Media Apps deinstallieren und bin ab sofort offline. 

Mein Gewerbe ist abgemeldet und ruht bis auf weiteres.

Was bleibt, ist mich von Euch zu verabschieden.
Mich für die schöne Zeit mich Euch zu bedanken.
Und Euch herrliche Sommerwochen zu wünschen.

Wenn wir uns wiederlesen, bin ich gelandet. Habe den Kastanienbaum, den ich unseren Kindern versprochen habe, gepflanzt. Und das neue Haus mit viel guter Energie zu unserem neuen Zuhause gemacht!

Bis bald, Ihr Lieben!
Namasté!

Donnerstag, 8. Juni 2017

Cocosbites oder der gesunde Traum im Müsli


Ja, Ihr Lieben - ich weiss. Lang ist's her, dass ich mich gemeldet habe!
Wir sitzen in Kartonbergen und seit dem 1.Juni läuft unsere innere Uhr rückwärts - wir zählen die Tage bis zum Umzug.

Da mich aber einige liebe Leserinnen per Instagram gebeten haben, doch mal mein Rezept von meinen Cocosbites zu veröffentlichen, habe ich mich heute morgen mit einem Kaffee an den Laptop gesetzt:



Cocosbites
(vegan, glutenfrei)

Zutaten:

60 ml Kokosöl
250 ml Kokosmilch (bitte ohne Verdickungsmittel)
60 gr Mandeln, gemahlen 
2 EL Kokosmehl
200 gr Kokosraspel
2 EL Chiasamen
2 EL Flohsamenschalen

ca. 250 ml Kokos/Reisdrink

ausserdem:
Vanille, gemahlen nach Geschmack
Süsse in Form von Kokosblütensirup, Agavendicksaft, etc, nach Geschmack 

Ihr gebt alle Zutaten ausser dem Kokos/Reisdrink in eine Schüssel und rührt alles zu einer gleichmässigen Masse.
Nach kurzer Zeit dicken die Flohsamenschalen und die Chiasamen den Teig an, sodass Ihr den Kokos/Reisdrink benötigt.
Gebt die restliche Flüssigkeit solange zu, bis die Masse schön feucht und matschig ist (manchmal saugt der Teig sämtliche Flüssigkeit weg und ich muss noch mehr dazu geben) und verstreicht sie dann auf einem Backblech, welches Ihr zuvor mit Backpapier ausgelegt habt. 
Insgesamt solltet Ihr ein etwa 20 x 20 cm grosses Quadrat erhalten - schaut, dass Ihr die Masse gleichmässig, ca. 1,5 cm dick, verstreicht.

Das Ganze geht dann für 30 Minuten bei 170 Grad in den Backofen bei Ober/Unterhitze.

Nach Ablauf der 30 Minuten schiebe ich das Backblech in die oberste Schiene und schalte kurz die Grillfunktion ein. Nach 2 Minuten sollte die Oberfläche leicht angebräunt sein, damit sie später etwas schnittfester ist.

Das war's!

Im noch heissen Zustand schneide ich kleine Quadrate, die man entweder solo essen oder in's Müsli geben kann. Auch zum Mitnehmen eignen sie sich prima und durch die vegane Machart halten sie sich gekühlt im Kühlschrank locker eine Woche (wobei....ich sag's Euch.....SO lange halten die hier NIE). 


Mit der Zugabe von Süsse und Aromen (Vanille, Zimt, Kakao, etc.) könnt Ihr selbst entscheiden, wie Eure Bites schmecken sollen. Ich mag es nicht SO süss - aber das kann man ja sehr gut selbst dosieren.
Amaranth, glutenfreie Haferflocken oder gemahlende Haselnüsse eignen sich übrigens auch prima, um das Rezept zu verfeinern.
Und durch die Zugabe von Chia- und Flohsamenschalen leistet Ihr einen gesunden Beitrag zum Thema Darmgesundheit!

Lasst es Euch schmecken!


Donnerstag, 20. April 2017

MÜSSEN und SOLLEN werden gestrichen


Seit meinem letzten Post sind jetzt 4 Wochen vergangen - 4 Wochen, in denen eine Menge passiert ist.
Ständig hatte ich das Gefühl, ich trage etwas Unausgegorenes mit mir herum und anstatt in die Tiefe zu gehen, habe ich mich dem Flow hingegeben und die Wellen abgesurft, die sich mir entgegenstellten. 

Es gab einiges zu bewältigen: der Tod einer lieben Freundin, schlechte Blutwerte, die eine neue gesundheitliche Baustelle ankündigen und über allem steht unser Umzug, der ab dem 1.Mai in die heisse Phase geht. 
Zwischenzeitlich habe ich wieder den Anfang auf meiner Yogamatte gemacht - das war ein grossartiges 'Coming home'!
Aber leider auch ein schmerzhaftes, denn ich musste spüren, dass mein Gesundheitszustand meinen Körper verändert und geschwächt hat. 
Für mich bedeutet das, dass ich mit ganz viel Selbstliebe und Achtsamkeit bei Null und noch weniger anfangen muss. Und das ist ein Umstand, den auch ich immer wieder neu lernen muss.

Seit vier Wochen navigiere ich also mehr oder weniger improvisiert durch den Alltag und meine meterlange To-Do Liste ist mein ständiger Begleiter.
Hier notiere ich alles nach Sachgruppen geordnet, was ich alles erledigen will und was mir wichtig ist - 
nur stand kein einziges Mal darauf, dass ich mir wieder Freiraum für meine Malas schaffen möchte. 

Mein Arbeitsplatz besteht seit einiger Zeit nur noch aus einem zusammengewürfelten, schreibtischähnlichem Ensemble, welches immer wieder umgestellt und umgeräumt wird.
Zwar steht dort meine Perlenkiste und mein Werkzeug - aber mein Ruhepol und mein Ort der inneren Einkehr ist das nicht mehr.
Immer wieder denke ich, dass ich diesen Bereich endlich mal neu sortieren muss. Dass ich mal wieder ein paar schöne Malas knoten sollte.
Aber MÜSSEN und SOLLEN sind die Feinde der Kreativität und somit herrscht schlichtweg eine Funkstille, die mich bedrückt und mit der ich mir selbst ein schlechtes Gewissen mache. 

Lange habe ich überlegt, wie ich dieses räumliche und mentale Problem angehe und noch viel länger war ich ratlos. Das Ego flüstert Worte des Selbstzweifels in mein Ohr und das Herz wird ganz klein und leise.
Keine gute Vorraussetzung, um eine kreative Blockade zu lösen!

Heute Morgen habe ich dann (wie so oft)in Ruhe Kaffee gekocht.
Der Geruch der gemahlenen Bohnen stieg mir in die Nase und mit einem klitzekleinen Lächeln habe ich beobachtet, wie das kochende Wasser durch das Kaffeemehl wallt.
Wie sich Kaffeeduft entwickelt, wenn es zaghaft aus dem Filter zu tropfen beginnt. 
Wie sich dunkle Wolken in der Pflanzenmilch abzeichnen.

Und wie sehr ich diesen kleinen Moment der Achtsamkeit geniesse. 

Und genau IN DIESEM MOMENT wusste ich, was ich tun MÖCHTE. 
Nicht MUSS oder SOLL. 
Sondern was mein nächster Schritt ist - auch wenn dieser bedeutet, dass ich kurz rückwärts gehe. 

Ich werde ab heute meinen Shop schliessen.
BÄM!

Um mich von dem Druck zu befreien, immer etwas für dieses Kundenschaufenster zu produzieren - sich immer neu erfinden zu müssen.
Denn ich war glücklicher und produktiver, als ich intuitiv und impulsiv gearbeitet habe. Als die Malas einfach entstanden sind und ich sie dann zufrieden online zeigen konnte. 

Zugegeben - ein Shop gehört zum eigenen Aushängeschild. Zum offiziellen Auftritt. Denn oft orientieren sich Kunden erstmal dort und verschaffen sich einen Überblick über Preise und Möglichkeiten. 
Ein weiteres Argument dafür ist die Abwicklung der Bestellungen. 
Alles ist wohl organisiert und wirkt auf den Kunden sortiert und professionell. 

ABER ich entscheide mich trotzdem dageben.
Gehe einen Schritt zurück, um damit einen Schritt nach vorne zu machen.

Denn was ist das Wichtigste, bei dem was wir tun?

LOVE what you DO.
DO what you LOVE.

Und dem werde ich kompromisslos folgen. 

Ich trinke jetzt meinen wohlverdienten zweiten Kaffee und geniesse jetzt einfach meinen persönlichen Befreiungsschlag.
Vielleicht sortiere ich später noch mein Material - vielleicht lege ich mich aber auch in die Sonne und lasse mich von Inspiration küssen.  

Egal wie - I'm back on track. Und mache, was ich MÖCHTE. 



Namasté, meine Lieben!



 


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