Donnerstag, 20. April 2017

MÜSSEN und SOLLEN werden gestrichen


Seit meinem letzten Post sind jetzt 4 Wochen vergangen - 4 Wochen, in denen eine Menge passiert ist.
Ständig hatte ich das Gefühl, ich trage etwas Unausgegorenes mit mir herum und anstatt in die Tiefe zu gehen, habe ich mich dem Flow hingegeben und die Wellen abgesurft, die sich mir entgegenstellten. 

Es gab einiges zu bewältigen: der Tod einer lieben Freundin, schlechte Blutwerte, die eine neue gesundheitliche Baustelle ankündigen und über allem steht unser Umzug, der ab dem 1.Mai in die heisse Phase geht. 
Zwischenzeitlich habe ich wieder den Anfang auf meiner Yogamatte gemacht - das war ein grossartiges 'Coming home'!
Aber leider auch ein schmerzhaftes, denn ich musste spüren, dass mein Gesundheitszustand meinen Körper verändert und geschwächt hat. 
Für mich bedeutet das, dass ich mit ganz viel Selbstliebe und Achtsamkeit bei Null und noch weniger anfangen muss. Und das ist ein Umstand, den auch ich immer wieder neu lernen muss.

Seit vier Wochen navigiere ich also mehr oder weniger improvisiert durch den Alltag und meine meterlange To-Do Liste ist mein ständiger Begleiter.
Hier notiere ich alles nach Sachgruppen geordnet, was ich alles erledigen will und was mir wichtig ist - 
nur stand kein einziges Mal darauf, dass ich mir wieder Freiraum für meine Malas schaffen möchte. 

Mein Arbeitsplatz besteht seit einiger Zeit nur noch aus einem zusammengewürfelten, schreibtischähnlichem Ensemble, welches immer wieder umgestellt und umgeräumt wird.
Zwar steht dort meine Perlenkiste und mein Werkzeug - aber mein Ruhepol und mein Ort der inneren Einkehr ist das nicht mehr.
Immer wieder denke ich, dass ich diesen Bereich endlich mal neu sortieren muss. Dass ich mal wieder ein paar schöne Malas knoten sollte.
Aber MÜSSEN und SOLLEN sind die Feinde der Kreativität und somit herrscht schlichtweg eine Funkstille, die mich bedrückt und mit der ich mir selbst ein schlechtes Gewissen mache. 

Lange habe ich überlegt, wie ich dieses räumliche und mentale Problem angehe und noch viel länger war ich ratlos. Das Ego flüstert Worte des Selbstzweifels in mein Ohr und das Herz wird ganz klein und leise.
Keine gute Vorraussetzung, um eine kreative Blockade zu lösen!

Heute Morgen habe ich dann (wie so oft)in Ruhe Kaffee gekocht.
Der Geruch der gemahlenen Bohnen stieg mir in die Nase und mit einem klitzekleinen Lächeln habe ich beobachtet, wie das kochende Wasser durch das Kaffeemehl wallt.
Wie sich Kaffeeduft entwickelt, wenn es zaghaft aus dem Filter zu tropfen beginnt. 
Wie sich dunkle Wolken in der Pflanzenmilch abzeichnen.

Und wie sehr ich diesen kleinen Moment der Achtsamkeit geniesse. 

Und genau IN DIESEM MOMENT wusste ich, was ich tun MÖCHTE. 
Nicht MUSS oder SOLL. 
Sondern was mein nächster Schritt ist - auch wenn dieser bedeutet, dass ich kurz rückwärts gehe. 

Ich werde ab heute meinen Shop schliessen.
BÄM!

Um mich von dem Druck zu befreien, immer etwas für dieses Kundenschaufenster zu produzieren - sich immer neu erfinden zu müssen.
Denn ich war glücklicher und produktiver, als ich intuitiv und impulsiv gearbeitet habe. Als die Malas einfach entstanden sind und ich sie dann zufrieden online zeigen konnte. 

Zugegeben - ein Shop gehört zum eigenen Aushängeschild. Zum offiziellen Auftritt. Denn oft orientieren sich Kunden erstmal dort und verschaffen sich einen Überblick über Preise und Möglichkeiten. 
Ein weiteres Argument dafür ist die Abwicklung der Bestellungen. 
Alles ist wohl organisiert und wirkt auf den Kunden sortiert und professionell. 

ABER ich entscheide mich trotzdem dageben.
Gehe einen Schritt zurück, um damit einen Schritt nach vorne zu machen.

Denn was ist das Wichtigste, bei dem was wir tun?

LOVE what you DO.
DO what you LOVE.

Und dem werde ich kompromisslos folgen. 

Ich trinke jetzt meinen wohlverdienten zweiten Kaffee und geniesse jetzt einfach meinen persönlichen Befreiungsschlag.
Vielleicht sortiere ich später noch mein Material - vielleicht lege ich mich aber auch in die Sonne und lasse mich von Inspiration küssen.  

Egal wie - I'm back on track. Und mache, was ich MÖCHTE. 



Namasté, meine Lieben!



 


Montag, 20. März 2017

Zahltag


Ich glaube an Karma.
Und daran, dass ich mit meiner Art zu leben einen positiven Einfluss darauf habe, was mir passiert bzw. was mir zufällt.
Ich glaube daran, dass es sowas wie ein 'Karmakonto' gibt, auf das wir alle einzahlen und irgendwann ist dann der grosse Zahltag. Und genau dann spürst Du, dass alles einen Sinn macht.

Momentan brummt es in unserem Haus wie in einem Bienenstock. 
Fast jeden Tag kommen Leute und bauen Möbel ab - nehmen Lampen, Dreiräder und Haushaltsartikel mit, die nicht mit uns umziehen werden.
Alles, wovon wir uns trennen werden, inseriere ich in einem grossen Online Anzeigenmarkt. Und dabei achte ich nicht nur auf gute Fotos. Ich achte auch darauf, dass meine Preise fair sind.
Wobei - die wenigsten Sachen sind zu VERKAUFEN. Denn die meisten verschenken wir.

Ich möchte an diesen Dingen nicht verdienen. Denn ich möchte andere damit glücklich machen. Eine Freude machen. Oder bestenfalls ein wenig finanzielle Last abnehmen, wenn sie Geld sparen können. 
Für alle Abholer gibt es ein freundliches Wort - egal, ob sie zahlen oder etwas geschenkt bekommen.
Und mit allen sind bisher tolle Gespräche entstanden.
Man steht zusammen und lacht. Redet darüber, warum wir so viel abgeben und es werden ganz oft Hände geschüttelt und bisweilen gibt es auch ganz feste Umarmungen.  

Ich spüre, dass das die richtige Art und Weise ist, um unseren Weg zu beginnen. Dass uns diese positive Energie trägt und Kraft gibt - und dass es genau DER Grund ist, warum alles, was mit unserem Umzug in den Norden zu tun hat, irgendwie von alleine läuft.

Egal ob Haussuche, Schulauswahl oder unvermutete Kontakte - es läuft. 
Nach langer Durststrecke manifestiert sich das Gefühl, dass sich das lange Warten und das intensive Arbeiten an unserem Traum gelohnt hat - everything is falling into place. 

Und wenn ich HEUTE jemandem erklären möchte, was Karma eigentlich ist, dann erzähle ich keine abstrakte Geschichte - sondern dann erzähle ich von meinem Leben.
Davon, dass ich immer an die guten Dinge im Leben glaube und dass ich nicht müde werde, auf mein Karmakonto einzuzahlen.

Denn irgendwann ist Zahltag. 
Und dann spürst Du, dass DU der Sinn bist. 



Namasté, meine Lieben!
Bis bald!



Montag, 6. März 2017

Mommindful goes Minimalismus


Diese Woche kommt hoffentlich der Mietvetrag für das neue Haus - und mit den Unterschriften darunter besiegeln wir ein neues Kapitel in unserem Leben.

In unserem Denken haben wir schon lange neue Seiten aufgeschlagen und für uns war klar, dass wir bald den nächsten Schritt gehen, um das auch in die Tat umzusetzen.

Denn wenn wir von 'Neuorientierung' reden, dann sprechen wir nicht nur davon, dass wir in ein anderes Bundesland ziehen. Oder in Richtung Norden. 
Wir reden da vor allem auch über die Ausrichtung unserer Familie. Über Werte. Und den Weg, den wir mit unserer Erziehung einschlagen möchten. 

Bisher haben wir in einem grossen und mehr als gut ausgestatteten Haus gelebt. Es gab Platz ohne Ende und wenn ich Euch erzähle, dass unsere Kinder bobbycarfahren im Wohnzimmer gelernt haben, ist das kein Witz. 
Mehrmals im Jahr haben wir umgeräumt und die Möbel neu arrangiert. Jeder schlief mal wo anders und die Möbel rotierten lustig mit, denn räumlich gab es keine Platzbeschränkung.

Mit der Zeit wurde aber diese Flexibilität und das Platzangebot zur Last.
In den Köpfen der Kinder wurden die Annehmlichkeiten zur Normalität und es entstand Anspruchsdenken und Erwartungshaltung. Es wuchs ein verzerrter Blick auf das Leben anderer Menschen - auf Menschen, die nicht so viel Platz und Ressourcen zu Hause haben.
Auf Menschen, die vielleicht nicht so üppig und unbeschwert wohnen. Auf Menschen, die aber trotzdem glücklich sind mit dem wenigen, was sie haben. 

Oft habe ich mit meinem Herzensmann abends darüber dieskutiert, was da in den Köpfen der Kinder passiert. Was sich da formt - und vor allem, WER sich da formt.
Wir haben uns tiefe Gedanken darüber gemacht, was wir den Kindern mit auf den Weg geben wollen und welche Werte uns wichtig sind.

Wir kamen zu dem Schluss, dass wir dieses Platzangebot nicht mehr möchten. 
Denn dieser Platz und die Grösse des Hauses hat uns spürbaren Erhaltungsdruck erzeugt. Nicht nur im finanziellen Sinn - sondern auch darin, wieviel Zeit dabei investiert werden muss, um das alles zu erhalten und zu pflegen.
Uns wurde klar, dass wir diesen Lebensstil nicht brauchen, um glücklich zu sein. Und dass es andere Werte sind, die das Leben bereichern und Kinder wachsen lassen.  

Wenn wir in dieser Woche den neuen Mietvertrag unter Dach und Fach bringen, nehmen wir einen grossen Schritt in die Umsetzung unserer Überzeugung. 
Denn dann besiegeln wir eine 180 Grad Kehrtwende, die nachhaltig unser Leben verändern wird.

Nein, nicht, weil wir damit in letzter Konsequenz in einer anderen Stadt neu beginnen werden - wir werden die HÄLFTE unseres Hausstandes auflösen und von einem 200qm Haus mit üppigem Raumangebot in ein kleines 100qm Haus ziehen, welches noch nicht einmal einen Keller hat. 
Wir werden uns von allem trennen, was wir nicht brauchen und mit dem umziehen, was die Essenz unseres Lebens ist.

Denn es zählt nicht, was wir besitzen.
Es zählt, wer wir sind und was wir zu geben haben. 
Und DAS kann man auch mit ganz wenig.
Mit wenig Platz im Haus - und ganz viel Platz im Herzen.


Namasté,
meine Lieben.
 
Eure Wiebke

Donnerstag, 2. März 2017

Lebenszeichen



Hallo Ihr Lieben!

Hier kommt heute Morgen ein kleines Lebenszeichen von mir!

Ich bin seit vergangenen Freitag zu Hause und habe die OP und die Zeit im Krankenhaus mit einem blauen Auge überstanden.
In den letzten Tagen musste ich erstmal viel schlafen und noch viiiiieeeel mehr essen. 

Die OP war für eine Schilddrüsen-OP recht lang - die Schilddrüse war bis an die Wirbelsäule gewachsen und es war höchste Eisenbahn, dass sie rauskam.
Kurz nach der OP setzten dann Taubheitsgefühle in Armen und Beinen ein und ich bin in das allerschönste Kalziumtief mit Lähmungserscheinungen geschlittert. Keine schöne Erfahrung, aber zum Glück liess sich das recht schnell beheben.

Ich war dann heilfroh, als ich am Freitag entlassen wurde!

Zwar hatte ich eine sehr angenehme Zimmernachbarin und mein Herzensmensch war zweimal pro Tag bei mir, um mich mit selbstzubereiteten Speisen zu verpflegen (sorry, liebes DRK Krankenhaus Alzey - aber DAS, was Ihr da einem Patienten mit Multi-Unverträglichkeiten vor die Nase setzt, ist wirklich eine Unverschämtheit!), aber ich fühlte mich krank, wund, 'krankenhausmiefig' und einfach nur schlapp.

Nachdem die Kinder über Karneval ein paar Tage frei hatten, konnten wir die vergangenen Tage erstmal in Slowmotion verbringen. Und erst heute sind wir wieder in den normalen Alltag eingestiegen.

Wie es mir jetzt geht?

Der Hals ist noch geschwollen und im Nackenbereich steif. Meine linke Halsseite ist deutlich schlechter dran die rechte, denn links musste mehr Gewebe entfernt und tiefer geschnitten werden. 
Die Einstellung meiner Medikamente muss auch noch angepasst werden, aber das gehe ich in den nächsten Tagen an.

Ziel in der nächsten Zeit ist jetzt, zu entgiften und die ungezählten Infusionen mit Chemie wieder aus meinem Körper zu bekommen und mich mit DEN Nähstoffen zu versorgen, die bei mir im roten Bereich sind.
Auch muss ich schauen, dass der Hals wieder beweglich wird UND die Narbe braucht besonders viel Pflege.

Ich fühle mich jetzt seltsam verwundet. Verletzlich. Und auch wenn die Narbe soweit gut aussieht und man nicht meckern kann, spüre ich, dass ich meinem Körper dabei helfen muss, diesen sprichwörtlichen Einschnitt zu verarbeiten. 

Meine wunderbare Familie hilft mir dabei übrigens sehr!
Herzensmann und Kinder entlasten mich, wo es nur geht und der Krankenschwester-Hund Jette gibt sein Bestes!

Diese Woche nehme ich mich hier noch ein wenig zurück und ab kommenden Montag bin ich für Euch wieder online! Ich freue mich auf Euch!

Namasté,
Eure Wiebke

Dienstag, 14. Februar 2017

Die perfekte Welle



Yay! Die Vorbereitungen für unser grosses Abenteuer laufen und bald können wir die ersten Häuser besichtigen.
Die Reaktionen auf unsere 'lebensverändernde Massnahme' ;0) waren sehr unterschiedlich: da gab es echtes Betroffensein, Wehmut, Abschiedsschmerz, aber auch Freude, dass unser Traum so kurz vor der Erfüllung steht.
Im Gegensatz dazu kam aber auch Unverständnis, Kopfschütteln und Tuscheln. 

Und was soll ich sagen? That's life und genau DAS macht es aus! Die Gegensätze machen das Meer so interessant und ohne Wellen gibt's eben auch nicht dieses Kribbeln im Bauch, was wohl viele kennen, wenn sie von einer besonders grossen Welle angeboben und fortgetragen werden.

Und so geht es mir übrigens gerade auch.
Mit dem Board unterm Arm stehe ich gedanklich am Ufer und sehe grosse Wellen heran rollen. Sehr grosse.
Einerseits habe ich Bedenken, ob ich alles schaffe - andererseits ist da dieses Gefühl, dass ich mich jetzt genau DA rein stürzen muss, wenn ich lernen will auf den Wellen zu reiten.

Kurzum - am kommenden Montag gehe ich zu einer Schilddrüsen-OP in's Krankenhaus.
Die OP an sich ist keine grosse Sache, aber Narkose, Medikamentengabe und Verpflegung sind schon eine echte Hürde. 
Und auch die Frage, wie es danach gesundheitlich weiter geht, ist auch nicht klar. Denn Autoimmunerkrankungen sind tricky und suchen sich eben auch immer ein neues Angriffsziel aus, wenn ein altes weg ist. 
Aber sei's drum - die Schilddrüse muss raus. Definitiv. Zu grosse Knoten - vor allem frontal. Die Grössenzunahme ist nicht zu leugnen und macht mir mittlerweile das Schlucken und in manchen Situationen auch das Atmen schwer. 

Also. Da stehe ich nun. Ich habe mich mit einem extra fancy Board gewappnet - versorge mich mit allem, was mir innerlich Power und Vertrauen gibt und dann steige ich am Montag um kurz vor sieben aus dem Auto und werde das Ding rocken. 

Solange ist hier Funkstille - und im Shop natürlich auch.

Und wenn ich wieder online bin, dann habe ich eine Narbe mehr auf meinem Board - aber dafür kann ich dann immer wilde Geschichten über mein Abenteuer erzählen.
Über die perfekte Welle, in die ich mutig reingesprungen bin. 

Bis bald, Ihr Lieben!
Eure Wiebke

Montag, 6. Februar 2017

Wir packen die Koffer


Am vergangenen Freitag haben wir es den Kindern gesagt.
Und im ersten Augenblick haben sie nach Luft geschnappt und dann fingen sie an zu weinen. 

Ich habe Ihnen von unserem grossen Traum erzählt. Davon, dass ich nachts immer wieder träume, am Meer zu stehen.
Und dass ich spüre, dass es Zeit wird, diesen Träumen zu folgen. 
Davon, dass mein Herzensmensch mit einer neuen Arbeitsstelle voran gehen wird und dass wir im Sommer dem Kompass nach Norden folgen werden.  

Ich habe Ihnen erzählt, dass wir unserem Leben andere Werte geben möchten - denn nach Jahren in einem grossen und modernem Haus haben wir erkannt, dass wir dieses schlichtweg nicht mehr brauchen.
Dass wir keinen 'Prestigeobjekten' nachjagen wollen, sondern nur unserem Glück. 

Nachdem wir ein paar Minuten geredet und sich die ersten Wogen geglättet hatten, sagte das mittlere Kind: 'Das wird aufregend. Und neu. Aber ich freu' mich!'
Und dann war das Eis gebrochen.

Somit ist es beschlossene Sache und ab heute offiziell:
Mit dem ersten Tag der Sommerferien brechen wir in den Weinbergen unsere Zelte ab und ziehen mit Mann und Maus in den Grossraum Hamburg!
Mein Herzensmensch packt schon ab März seine Koffer und bis zum Umzug werden es wohln noch aufregende Wochen.

Die Kinder sind schon in die Umzugsplanung eingestiegen, malen Bilder von Hamburg und stellen schon Packlisten für die Stofftiere zusammen.
Sie reden darüber, dass sie schon ein wenig Abschiedsschmerz spüren - aber sie sind sich einig, dass der Umzug die coolste Sache ever wird - toll, oder?

Am Abend nach unserem Outing musste ich ganz still für mich alles noch mal sacken lassen.
Gefühle aus Wehmut, Stolz und Vorfreude brandeten an meine Ufer und dann fing auch ich an, zu weinen. 


Von Herzen,
Eure Wiebke



Montag, 30. Januar 2017

Mindful monday - Es gibt immer einen Grund



Ihr kennt das sicherlich auch - manchmal verheddern wir uns in den Aufgaben des Tages.
Die Stirn zieht sich kraus, der Nacken verspannt sich.
Der Kopf ist gefüllt mit den anstehenden Aufgaben.
Und wir vergessen zu lächeln.

In der Hetze des Tages und dem Anspruchsdenken, dass die Dinge bitte immer in einer bestimmten Weise passieren, verlieren wir die Freude an jedem einzelnen Moment.

Aber in jedem einzelnen Moment steckt das Potenzial des Glücks. 
Und damit meine ich nicht, dass wir deshalb ekstatisch, hochvergnügt, aufgeregt und in jeder Sekunde des Tages fröhlich sein müssen. 
Es heisst auch nicht, dass wir nie Traurigkeit, Zorn oder Stress empfinden können. 

Es bedeutet, dass wir, wenn wir es wollen, in jedem Moment -  in irgendeiner Form -  Glück empfinden können, selbst inmitten von Stress oder Traurigkeit.
Selbst, wenn wir denken, es geht nicht mehr.
Selbst, wenn wir uns die grosse Frage nach dem "Warum" stellen. 

Diesen kleinen Moment des Lichtes - dieses Miniglück "to go" kann jeder empfinden.
Wir brauchen uns nur daran zu erinnern, zu lächeln.
Und wenn wir es physisch nicht schaffen, die Mundwinkel nach oben zu ziehen, dann können wir trotzdem innerlich lächeln. 
Denn es findet sich IMMER ein Gedanke, der uns lächeln lässt.
Der uns - trotz allem - ein Lächeln und Glück schenkt.

Dieser Grund zu lächeln muss nicht gross sein - denn genau hier, kehren sich die Grössenverhältnisse um: gerade die kleinen Dinge sind es wert, genauer betrachtet zu werden. In Wirklichkeit sind die kleinen Dinge ganz gross.

Also - was ist DEIN Grund?

Du wirst geliebt?
Du bist von Schönheit - in vielen unterschiedlichen Formen - umgeben?
Du hast jemandem, dem Du helfen kannst?
Du wirst heute Abend etwas Leckeres kochen?
Hast netten Besuch?
Du kannst den Regen spüren - auch wenn Deine Jacke nass wird?
Du hörst überraschend ein "Gänsehaut-Lied" im Radio?

Die Liste ist lang.
Und je mehr einem auffällt, dass ja die kleinen Dinge im Leben reichen, um Dir ein Lächeln zu schenken, desto mehr Dinge fallen einem überhaupt auf.

Manchmal wirst Du vergessen, zu lächeln, weil sich deine Gedanken in Geschichten aus der Vergangenheit verirren oder in den Stress darüber, was in der Zukunft passieren könnte. 

Denk daran: nichts davon passiert gerade jetzt – es sind nur Filme, die sich in deinem Kopf abspielen.
Stattdessen erinnere dich daran, was gerade jetzt passiert und erkenne die Schönheit darin – erkenne den Moment zu lächeln. Und dann lächle, äußerlich und innerlich!

Dies verändert deinen Tag, denn anstatt in Stress und Kopf-Geschichten gefangen zu sein, sind wir jetzt präsent. Wir können mit dem Moment zufrieden sein.

Heute gehe ich in meinen Tag.
Ich weiss, er wird ziemlich trubelig. Der Terminkalender ist voll und die Liste der Aufgaben, die ich erledigen will, ist lang. 
Aber innerlich trage ich ein Lächeln.
Innerlich bin ich immer bei dem, was mich glücklich macht.

Montag, 23. Januar 2017

Mindful monday - Du bist der Anfang



Es wäre so einfach.

Über das vermeintlich Negative im Leben zu schimpfen - über zu geringe Renten, zu hohe Flüchtingszahlen, über die Kälte, über das Wahlergebnis in den USA oder über die Neuansiedelung von Wölfen in Waldgebieten.

Wenn ich manche Kommentare auf Facebook anschaue, wird mir übel. Überall nur noch Gemotze und Geschimpfe. Die Achtung vor Anderen geht verloren; ich lese offene Drohungen, Wortgefechte, die mir die Schamesröte in's Gesicht treiben.

Auch ich bin in Sorge, wenn ich die Tagespresse gelesen habe. Überall gibt es Baustellen - es gibt so viel zu tun: gesellschaftlich und politisch.

Aber WO fängt man an?
WO fängt man an, wenn man etwas tun möchte?

Denn unmotiviertes Rumgemotze bringt die Menschen und ihre Welt nicht weiter; verändert nichts und macht so vieles kaputt. Zieht gute Ansätze in die Tiefe und demotiviert die wenigen, die mit geradem Rücken stehen.

Also - WO fange ich an?

Klare Antwort: bei mir.

Vor meiner eigenen Haustür. In meinem eigenen Leben. 
Bei der älteren Dame, die an der Kasse Hilfe braucht. Oder indem ich aufstehe, wenn jemand einen Platz benötigt. 
Indem ich nicht wegschaue und meine Stimme erhebe - mit anpacke, auch wenn's dafür keine Bezahlung gibt.
Ich kann meinen Kindern zeigen, dass es schön ist, sich in die Augen zu schauen - und nicht in's Handy. Oder sie mitnehmen, wenn in der Stadt ein Protestmarsch geht. 

Ich kann freundlich sein - auch wenn ich mich selbst nicht gut fühle. Und ich kann lächeln - auch wenn der andere es nicht tut. 

BE THE CHANGE YOU WISH TO SEE IN THE WORLD ist aktueller denn jeh.
Und auch wenn diese Worte ein wenig gross erscheinen, so kann jeder einen kleinen Teil dazu beitragen. Denn auch aus vielen kleinen Teilen lässt sich etwas Grosses bauen. 

Statt über das vermeintlich Negative im Leben zu schimpfen, können wir jeden Tag über das Gute, das Wunderbare und das Einzigartige im Leben reden.

Es ist so einfach. 



Bis bald, meine Lieben!
Namasté! 





Montag, 16. Januar 2017

Leben mit angezogener Handbremse




Viele haben in der vergangenen Zeit mitbekommen, dass ich gesundheitlich angeschlagen bin.
Ich bin phasenweise nicht leistungsfähig, kann nicht normal essen, nehme dann schlagartig ab und bin dauermüde. 
Warum das so ist, verstehen die Wenigsten, denn die Zusammenhänge sind auch mir lange nicht klar gewesen.

Angefangen hatte alles mit einer sehr ausgeprägten Histaminintoleranz.
Zu diesen Zeiten habe ich lange Strecken nur Kartoffeln und Reis essen können. Ich musste jeden Tag Medikamente nehmen und meine Unterarme sahen durch Juckreiz und Kratzen wirklich schlimm aus. 
Auswärts essen oder bei Freunden eingeladen sein war da sehr schwierig.

Zeitgleich stellten sich starke Darmprobleme ein. Dauerdurchfall, Krämpfe, Blähungen. Da wurde einkaufen gehen schon zum Wagnis. 
Für mich stand das in direktem Zusammenhang mit der Histaminintoleranz - aber eine wirkliche Therapie konnte mir kein Arzt vorschlagen.

Vor ungefähr einem Jahr wurde bei mir eine chronische Schilddrüsenentzündung diagnostiziert. Von den Ärzten bekam ich wieder nur Medikamente, aber keinerlei Information. 
Erst als ich mir Rat bei einer Freundin geholt habe, wurden mir langsam die Zusammenhänge klar. Und als ich mich dann bei einer Selbsthilfegruppe eingetragen habe, platze der Knoten.

Jetzt erst verstand ich, dass alles zusammenhängt und das der Verursacher die Schilddrüse ist, die von meinem Immunsystem attackiert wird und dauerhaft einen Entzündungsherd darstellt.

Die Erkrankung wird Hashimoto-Thyreoiditis genannt und ist eine Autoimmunkrankheit.

Nach aussen hin kann niemand diese Krankheit wahrnehmen und sie zeigt sich oft auch nicht auf Anhieb bei einer Auswertung der Blutwerte. 
Sie lässt sich nicht auf ein bestimmtes Krankheitsbild eingrenzen, aber die Symptomliste ist lang. Sehr lang.

Es fängt an bei undefinierbaren Schmerzzuständen, von denen ich zeitweise auch stark betroffen bin. Rücken und Hüfte schmerzen dann wochenlang so heftig, dass ich kaum die Treppe hochkomme.

Die Zeiten, an denen ich energiegeladen durchs Leben gegangen sind, sind vorbei. Wo vorher noch Tatendrang und körperliche Power da war, bleiben heute nur elendige, bleierne Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Erschöpfung.
Regelmässiger Sport ist momentan nicht möglich - ich brauche die wenige Energie, um durch meinen Tag zu kommen. 

An manchen Tagen habe ich starke Kälte- und Hitzeschübe. Phasenweise laufe ich dick eingepackt herum und schlafe mit Kirschkernkissen. Und dann gibt es Tage, an denen ich bei winterlichen Temperaturen barfuss durchs Haus laufe und mich dreimal am Tag umziehen muss, weil alles durchgeschwitzt ist. 

Meine Haut ist phasenweise so trocken, dass sie dünn wie Papier ist. Meine Haare brechen ab - von den Fingernägeln ganz zu schweigen. Glücklicherweise habe ich keine starken Ausschläge mehr - aber auch das ist unter Hashimoto Normalität und wäre nicht verwunderlich. 

Letztes Jahr habe ich plötzlich zugenommen. Und egal, ob ich trotz Müdigkeit ein knallhartes Sportpensum durchgezogen habe - oder meine Essensbilanz genau getrackt und optimiert hatte, ich habe nicht abgenommen. 
Glücklicherweise hat sich das wieder gegeben, als ich meine Darmprobleme mit Hilfe neuer Informationen angegangen bin. Und siehe da - momentan habe ich wieder Normalgewicht und keinen Durchfall mehr. 
(Aber auf das Normalgewicht kann ich mich leider nicht verlassen, da ich in hochsensiblen Zeiten schnell mal 8 Kilo in zwei Wochen abnehme. Grmpf!)

Leider gesellen sich zu der chronischen Schilddrüsenentzündung auch andere Autoimmunerkrankungen. Aber glücklicherweise ist da bei mir (ausser dem LeakyGut - Syndrom) noch nichts zu vermelden! Und auch die weit verbreiteten Depressionen haben sich bei mir ZUM GLÜCK noch nicht gezeigt - denn gerade hier werden Patienten mit Hashimoto nicht Ernst genommen und falsch behandelt. Viele bekommen Schlafmittel und Antidepressiva und rutschen in lange Klinikaufenthalte ab, die ihnen dauerhaft nicht helfen, weil die Ursache ganz woanders liegt. 

Ihr seht - die Liste ist lang. Und ich könnte sie noch durch zu hohes Cholesterin, Probleme mit Gallenblase, Blutdruck, Diabetes und Herz ergänzen.
Durch Kurzatmigkeit, erhöhte Leberwerte, Probleme mit den Zähnen, dem Zahnfleisch oder dem Kiefer.
Aber zum Glück betreffen mich diese Probleme wirklich nur am Rand bzw. kenne ich sie nur von anderen. 

Wie gesagt - die Symptome sind endlos. 

Und für Freunde und Familienangehörige ist das alles schwer zu verstehen.
Zu gross ist das Auf und Ab. Zu undurchschaubar sind die Symptome und zu uneinheitlich ist der Krankheitsverlauf.
Was heute ging, geht morgen nicht mehr.  Fixtermine sind unplanbar, weil kurzfristig Beschwerden auftauchen könnten. Da wird Urlaubmachen zum Wagnis und ein einfacher Wochenendausflug schnell unmöglich.

Ich habe mich weitestgehend aus allen öffentlichen Verpflichtungen herausgezogen und fahre sehr gut damit. Denn meine wenige Energie stecke ich lieber in meine Familie. Zwar kann ich vieles nur im Schneckentempo erledigen und brauche die Unterstützung meines Herzensmannes - aber alles in allem habe ich mich angepasst.
Ich habe gelernt, meine Erkrankung zu akzeptieren und mir die neuen Lebensumstände zu Nutzen zu machen.

Fahren mit angezogener Handbremse ist zwar uncool - aber auf Dauer nimmt man die Geschehnisse rechts und links der Fahrbahn viel stärker wahr.
Da sehe ich neue Farben und rieche neue Gerüche - da lerne ich auf einmal ganz andere Menschen kennen. Menschen, die ich auf der Überholspur nicht angetroffen hätte.

Oft hadere ich mit meinem Gesundheitszustand - aber letztenendes ist es genau er, der mich zu neuen Ufern treibt.


Bis bald, meine Lieben!
Namasté!

Montag, 9. Januar 2017

Hallo 2017


Guten Morgen 2017!

Ich mag das Gefühl, ein unbeschriebenes Buch vor mir liegen zu haben und die Aussicht auf neue Eindrücke, Menschen, Gefühle, Erfahrungen lässt es auf meiner Haut knistern.
Von den üblichen 'guten Vorsätzen' zum Jahresanfang habe ich mich schon lange verabschiedet, denn ich möchte ein Leben führen, dass JEDEN Tag aus einem guten Vorsatz besteht und an dem jeder Tag daraus besteht, besser als gestern zu sein. 

Es gibt Momente, da fällt mir das schwer - aber in der Gesamtheit sehe ich im vergangenen Jahr eine grosse Entwicklung: ich habe mich von allen Ämtern und Verpflichtungen in Schule und Kindergarten befreit und lasse mich insgesamt nicht mehr so leicht als Zugpferd 'vor den Karren spannen'. Denn diese Rolle hatte ich jahrelang abonniert - mit der leidigen Nebenwirkung, dass andere mein Wirken nach aussen hin bewundert haben.....ich aber innerlich ausgebrannt und müde war.

Ich habe jetzt mehr Zeit für mich und meine Familienmitglieder - und natürlich für meine kleine Malamanufaktur, die mir sehr am Herzen liegt.

Durch sie darf ich wunderbare Menschen kennenlernen, die sich mir vertrauensvoll öffnen. Und durch sie darf ich mich jeden Tag mit herrlichen Steinen und Materialien umgeben, deren Energie und Ausstrahlung auch MIR Kraft geben. 

In den letzten Tagen des alten Jahres habe ich mich wieder auf meine eigene Spiritualität konzentriert. Die Kerzen an meinem Altar brennen jetzt den ganzen Tag hindurch und ich spüre wieder meine Wurzeln, wenn ich im Kerzenschein auf meiner Yogamatte übe. 
Es tut gut, sich im Auf und Ab des Atems zu erden und es macht mich glücklich, diesen Schatz mit ins neue Jahr zu tragen. 

In den nächsten Tagen bleibt es im Shop und auf meiner Facebookseite noch etwas ruhiger, denn mir ist es wichtig, einen langsamen Einstieg in den Alltag zu finden - einen Einstieg, in dem sich alles entwickelt und alles entsteht. 
In dem nicht schon wieder Termine und Deadlines den Tag bestimmen und in dem ich fortführe, was ich mit meiner Familie achtsam im letzten Jahr begonnen habe. 

Ich freue mich, dass Ihr bei mir seid und ich wünsche Euch für das kommende Jahr ganz viel Wärme, Liebe und Geborgenheit. Achtsamkeit und dass Ihr gut auf Euch selbst Acht gebt.

Bis bald!
Namasté!

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