Mittwoch, 9. August 2017

Ich bin keine Maschine



Gestern hat sich ein Lied in meinen Kopf gebohrt - ein Lied, dass gerade genau meinen Nerv trifft.

Denn nach all' den arbeitsreichen und emotionalen Wochen nimmt sich mein Körper eine Auszeit. Völlig ungeplant, ungelegen und sehr schmerzhaft.
Einfach so. Von jetzt auf gleich. 

Zeit, um die letzte Zeit Revue passieren zu lassen.
Zeit, den Songtext zu lesen.

Zeit zu verstehen und zu fühlen - was der Titel bedeutet.

Ich bin doch keine Maschine - Tim Bendzko

Einfach so weitermachen ist keine Option
Ich muss hier ausbrechen - wenn du das hier liest, bin ich schon auf und davon
Ich will mein Leben selbst gestalten, muss es wenigstens probieren
Ich brauche die Kontrolle zurück, kann nicht mehr nur funktionieren

Ich bin doch keine Maschine!
Ich bin ein Mensch aus Fleisch und Blut
Und ich will leben, bis zum letzten Atemzug
Ich bin ein Mensch mit all meinen Fehlern
Meiner Wut und der Euphorie
Bin keine Maschine,
ich leb' von Luft und Fantasie

Es gibt noch so viel Außergewöhnliches zu erleben
Die ganze Welt steht mir offen, ich steh' wie angewurzelt daneben
Ich liege in Ketten aus unausgesprochenen Regeln
Trete auf der Stelle, aber muss mich frei bewegen


Ich bin doch keine Maschine!
Ich bin ein Mensch aus Fleisch und Blut
Und ich will leben, bis zum letzten Atemzug
Ich bin ein Mensch mit all meinen Fehlern
Meiner Wut und der Euphorie
Bin keine Maschine,
ich leb' von Luft und Fantasie
Von Luft und Fantasie

Dienstag, 8. August 2017

Angekommen - dritter Teil



Die letzten beiden Wochen waren turbulent - die Vorbereitung des Schulanfangs stand bevor und zum ersten Mal mussten DREI Kinder in die Schule und DAS heisst nicht nur, dass ein kleiner Schulanfänger startet.

Material, Schulbücher, Hefte, Mappen - alles mal drei und alles musste bestellt, eingeschlagen, beschriftet und sortiert werden. Streckenweise sah es hier aus wie in einem Schreibwarengeschäft, aber unsere ansässige Buchhandlung hat mir an allen Ecken und Enden unter die Arme gegriffen.

Die grossen Kinder waren sehr aufgeregt und konnten die letzten Ferientage nur schlecht aushalten. Sie wollten die neuen Schulen sehen und endlich Kontakt zu den baldigen Klassenkameraden haben. 
Wir sind täglich den Schulweg mit dem Fahrrad abgefahren und bei den abendlichen Spaziergängen mussten wir es immer wieder bestätigen: es ist SO cool, dass wir hier sind!

Denn der neue Schulweg führt durch ein grosses Wohngebiet und aus allen Strassen kommen morgens die Schüler und gemeinsam geht's dann in Richtung Schule.
Die grosse Schule liegt neben der Grundschule - und während das grosse Kind mit dem Rad fahren kann, dürfen die Kleinen noch eine Zeit lang zu Fuss gehen. 

Seit gestern ist nun der Moment da, an dem ich morgens das Haus für mich habe. 
Die Meisten zwinkern mir jetzt wohl zu und fragen : "Na? Bist Du jetzt nicht froh, dass alle aus dem Haus sind?" und ich muss zugeben, dass ich NICHT froh bin.

Ich bin ein wenig erleichtert, etwas mehr Raum für meine eigenen Gedanken zu haben und ich bin froh, genau jetzt ein paar Positionen weniger auf meiner To-Do Liste zu haben. 
Aber ich habe jede Minute der vergangenen Wochen mit meinen Kindern genossen, denn sie hat uns nicht nur zusammengeschweisst - nein. 
Sie hat die Drei stark gemacht, um jetzt richtig durchzustarten und mit Energie und Freude ein neues Kapitel in ihrem Leben zu beginnen. 

Bis bald!
Namasté!


Donnerstag, 27. Juli 2017

Angekommen - zweiter Teil


Der Sekt im Bett hatte es besiegelt - wir waren jetzt hier und alles andere zählte nicht mehr.

Am Morgen machte sich dann etwas Ernüchterung breit:
die Kinder wollten Ferienspass und im Wohnraum stapelten sich die Kartons bis unter die Decke. 

Und obwohl ich schon in den vergangenen Monaten die HÄLFTE unseres Hausstandes aufgelöst, verkauft und verschenkt hatte, sah es so aus, als ob sich diese Berge NIE und NIMMER verstauen lassen würden. 
Atmen. Lächeln. Ärmel hochkrempeln. 

Und bereits nach drei Tagen intensiver Arbeit und noch viel intensiverem Kaffeegenuss konnte ich die ersten leeren Kartons fotografieren und per Kleinanzeige verschenken!
Das war schon mal ein Anfang!

Meine Tage waren ab jetzt eine wilde Mischung aus 'dem normalen Wahnsinn' (also Kochen, Einkaufen, Aufräumen, Wäsche, Hunde, Kinder, Haus) und dem hausgemachten Chaos, welches man nur scheibchenweise bezwingen kann, wenn mann 'nebenher' noch 3 Kinder und 2 Hunde hat....
Ihr ahnt es sicher.

Da gerät schon mal der eine oder andere Bereich in Schieflage und oft genug musste ich eine 'Baustelle' abbrechen, weil die Kinder jetzt dann eben Hunger hatten oder das Planschbecken aufgebaut werden musste. 
Und ganz ehrlich: manchmal musste ich mich auch einfach mit einem Kaffee in die Sonne setzen und mal fünf Minuten nichts tun.
Nichts tun und mal kurz begreifen, was hier gerade alles passierte.

Begreifen, dass wir es tatsächlich getan hatten: 

wir hatten alle Brücken hinter uns abgebrochen, um neue daraus zu bauen.  

(Fortsetzung folgt)


Bis bald, Ihr Lieben!
Namasté!


Mittwoch, 26. Juli 2017

Angekommen - erster Teil


Vor 26 Tagen sind wir umgezogen.

Wir saßen auf den Stufen unseres 'alten' Hauses und konnten das Chaos nicht fassen. 
Die Kinder kamen mittgas vom letzten Schultag mit Zeugnissen, Abschiedsschmerz und Tränen nach Hause und ein Grossteil unserer Einrichtung stand noch auf der Strasse: 

der Umzugs-LKW war zu klein.

Belastungsgrenze?
Supergau?
Weinen?
Schreien?

In diesem Moment entlud sich der ganze Druck der letzten Monate. 
Alles war geplant. Alles lief gut. Sogar erschreckend gut.
Und dann DAS.

Das Umzugsunternehmen hatte sich verschätzt.

Es folgten zwei Tage, die ich wirklich NIEMANDEM wünsche. 
Zwei Tage, in denen ich mich immer wieder ermahnt habe, ruhig zu bleiben. Positiv zu bleiben. Und wenn schon nicht um meinetwillen - dann wenigestens, damit das Chaos nicht über die Kinder schwappt. 

Abends dann gab es Sekt im Bett.
Zum Runterspülen. Zum Feiern. Zum Zeichen setzen. 

Denn wir wollten über die überwundenen Hindernisse endlich lachen. Endlich erleichtert sein. 

Wir waren endlich ANGEKOMMEN und mit diesem Moment sollte alles vergessen sein. 

(Fortsetzung folgt)

Bis bald, meine Lieben!
Namasté!


Montag, 12. Juni 2017

Goodbye



Put down your phone and pick up your life. 

Diese Worte haben mich letzten Freitag begrüsst, als ich meine Pinterest-Watchlist öffnete. Für einen kurzen Moment habe ich gezögert - dann habe ich Pinterest geschlossen und gleich darauf meine Social Media News abgesurft.

Samstag Mittag hatte ich dann Zeit allein im Auto. Ich war auf dem Weg zu einer schönen Verabredung mit zwei Mädels vom besten Frauenclub aller Zeiten (meinen 'Uschis'). Ich habe Mantren gehört und gesungen und sofort stellte sich bei mir diese Klarheit im Kopf ein, die ich schon seit ein paar Tagen vermisste.
Und da ploppte vor meinem geistigen Auge wieder dieser Spruch auf.

Ich musste gar nicht lange nachdenken und wusste gleich, was das für mich - für die jetzige Situation bedeutet, denn die heisse Umzugsphase (und ich sage Euch, die ist wirklich sehr heiss) beginnt jetzt.
Nicht nur, dass wir hier schon in Umzugskartons sitzen und noch immer weiter gepackt werden muss - nein. So langsam manifestiert sich auch der emotionale Umzug.
Die Kinder sind oft nachdenklich. Weinen manchmal, wenn sie an ihre Freunde denken und packen dann schweren Herzens ihre Kisten.  

Und genau DA brauche ich jetzt meine Zeit.
Ich möchte mit Ihnen lachen und weinen. Mich verabschieden und noch mal letzte Wege gehen. Abschiedsmuffins backen und für sie der Anker im Meer der Gefühle sein.

'Mama - ich hab' Angst. Aber ich freu' mich auch. Mit DIR schaffen wir alles'.

Das waren die Worte aus dem Mund vom wilden Braunauge. Und diese Worte beschreiben alles.

Mein Entschluss steht seit meiner Autofahrt also fest und wird heute umgesetzt: 

ich werde die Social Media Apps deinstallieren und bin ab sofort offline. 

Mein Gewerbe ist abgemeldet und ruht bis auf weiteres.

Was bleibt, ist mich von Euch zu verabschieden.
Mich für die schöne Zeit mich Euch zu bedanken.
Und Euch herrliche Sommerwochen zu wünschen.

Wenn wir uns wiederlesen, bin ich gelandet. Habe den Kastanienbaum, den ich unseren Kindern versprochen habe, gepflanzt. Und das neue Haus mit viel guter Energie zu unserem neuen Zuhause gemacht!

Bis bald, Ihr Lieben!
Namasté!

Donnerstag, 8. Juni 2017

Cocosbites oder der gesunde Traum im Müsli


Ja, Ihr Lieben - ich weiss. Lang ist's her, dass ich mich gemeldet habe!
Wir sitzen in Kartonbergen und seit dem 1.Juni läuft unsere innere Uhr rückwärts - wir zählen die Tage bis zum Umzug.

Da mich aber einige liebe Leserinnen per Instagram gebeten haben, doch mal mein Rezept von meinen Cocosbites zu veröffentlichen, habe ich mich heute morgen mit einem Kaffee an den Laptop gesetzt:



Cocosbites
(vegan, glutenfrei)

Zutaten:

60 ml Kokosöl
250 ml Kokosmilch (bitte ohne Verdickungsmittel)
60 gr Mandeln, gemahlen 
2 EL Kokosmehl
200 gr Kokosraspel
2 EL Chiasamen
2 EL Flohsamenschalen

ca. 250 ml Kokos/Reisdrink

ausserdem:
Vanille, gemahlen nach Geschmack
Süsse in Form von Kokosblütensirup, Agavendicksaft, etc, nach Geschmack 

Ihr gebt alle Zutaten ausser dem Kokos/Reisdrink in eine Schüssel und rührt alles zu einer gleichmässigen Masse.
Nach kurzer Zeit dicken die Flohsamenschalen und die Chiasamen den Teig an, sodass Ihr den Kokos/Reisdrink benötigt.
Gebt die restliche Flüssigkeit solange zu, bis die Masse schön feucht und matschig ist (manchmal saugt der Teig sämtliche Flüssigkeit weg und ich muss noch mehr dazu geben) und verstreicht sie dann auf einem Backblech, welches Ihr zuvor mit Backpapier ausgelegt habt. 
Insgesamt solltet Ihr ein etwa 20 x 20 cm grosses Quadrat erhalten - schaut, dass Ihr die Masse gleichmässig, ca. 1,5 cm dick, verstreicht.

Das Ganze geht dann für 30 Minuten bei 170 Grad in den Backofen bei Ober/Unterhitze.

Nach Ablauf der 30 Minuten schiebe ich das Backblech in die oberste Schiene und schalte kurz die Grillfunktion ein. Nach 2 Minuten sollte die Oberfläche leicht angebräunt sein, damit sie später etwas schnittfester ist.

Das war's!

Im noch heissen Zustand schneide ich kleine Quadrate, die man entweder solo essen oder in's Müsli geben kann. Auch zum Mitnehmen eignen sie sich prima und durch die vegane Machart halten sie sich gekühlt im Kühlschrank locker eine Woche (wobei....ich sag's Euch.....SO lange halten die hier NIE). 


Mit der Zugabe von Süsse und Aromen (Vanille, Zimt, Kakao, etc.) könnt Ihr selbst entscheiden, wie Eure Bites schmecken sollen. Ich mag es nicht SO süss - aber das kann man ja sehr gut selbst dosieren.
Amaranth, glutenfreie Haferflocken oder gemahlende Haselnüsse eignen sich übrigens auch prima, um das Rezept zu verfeinern.
Und durch die Zugabe von Chia- und Flohsamenschalen leistet Ihr einen gesunden Beitrag zum Thema Darmgesundheit!

Lasst es Euch schmecken!


Donnerstag, 20. April 2017

MÜSSEN und SOLLEN werden gestrichen


Seit meinem letzten Post sind jetzt 4 Wochen vergangen - 4 Wochen, in denen eine Menge passiert ist.
Ständig hatte ich das Gefühl, ich trage etwas Unausgegorenes mit mir herum und anstatt in die Tiefe zu gehen, habe ich mich dem Flow hingegeben und die Wellen abgesurft, die sich mir entgegenstellten. 

Es gab einiges zu bewältigen: der Tod einer lieben Freundin, schlechte Blutwerte, die eine neue gesundheitliche Baustelle ankündigen und über allem steht unser Umzug, der ab dem 1.Mai in die heisse Phase geht. 
Zwischenzeitlich habe ich wieder den Anfang auf meiner Yogamatte gemacht - das war ein grossartiges 'Coming home'!
Aber leider auch ein schmerzhaftes, denn ich musste spüren, dass mein Gesundheitszustand meinen Körper verändert und geschwächt hat. 
Für mich bedeutet das, dass ich mit ganz viel Selbstliebe und Achtsamkeit bei Null und noch weniger anfangen muss. Und das ist ein Umstand, den auch ich immer wieder neu lernen muss.

Seit vier Wochen navigiere ich also mehr oder weniger improvisiert durch den Alltag und meine meterlange To-Do Liste ist mein ständiger Begleiter.
Hier notiere ich alles nach Sachgruppen geordnet, was ich alles erledigen will und was mir wichtig ist - 
nur stand kein einziges Mal darauf, dass ich mir wieder Freiraum für meine Malas schaffen möchte. 

Mein Arbeitsplatz besteht seit einiger Zeit nur noch aus einem zusammengewürfelten, schreibtischähnlichem Ensemble, welches immer wieder umgestellt und umgeräumt wird.
Zwar steht dort meine Perlenkiste und mein Werkzeug - aber mein Ruhepol und mein Ort der inneren Einkehr ist das nicht mehr.
Immer wieder denke ich, dass ich diesen Bereich endlich mal neu sortieren muss. Dass ich mal wieder ein paar schöne Malas knoten sollte.
Aber MÜSSEN und SOLLEN sind die Feinde der Kreativität und somit herrscht schlichtweg eine Funkstille, die mich bedrückt und mit der ich mir selbst ein schlechtes Gewissen mache. 

Lange habe ich überlegt, wie ich dieses räumliche und mentale Problem angehe und noch viel länger war ich ratlos. Das Ego flüstert Worte des Selbstzweifels in mein Ohr und das Herz wird ganz klein und leise.
Keine gute Vorraussetzung, um eine kreative Blockade zu lösen!

Heute Morgen habe ich dann (wie so oft)in Ruhe Kaffee gekocht.
Der Geruch der gemahlenen Bohnen stieg mir in die Nase und mit einem klitzekleinen Lächeln habe ich beobachtet, wie das kochende Wasser durch das Kaffeemehl wallt.
Wie sich Kaffeeduft entwickelt, wenn es zaghaft aus dem Filter zu tropfen beginnt. 
Wie sich dunkle Wolken in der Pflanzenmilch abzeichnen.

Und wie sehr ich diesen kleinen Moment der Achtsamkeit geniesse. 

Und genau IN DIESEM MOMENT wusste ich, was ich tun MÖCHTE. 
Nicht MUSS oder SOLL. 
Sondern was mein nächster Schritt ist - auch wenn dieser bedeutet, dass ich kurz rückwärts gehe. 

Ich werde ab heute meinen Shop schliessen.
BÄM!

Um mich von dem Druck zu befreien, immer etwas für dieses Kundenschaufenster zu produzieren - sich immer neu erfinden zu müssen.
Denn ich war glücklicher und produktiver, als ich intuitiv und impulsiv gearbeitet habe. Als die Malas einfach entstanden sind und ich sie dann zufrieden online zeigen konnte. 

Zugegeben - ein Shop gehört zum eigenen Aushängeschild. Zum offiziellen Auftritt. Denn oft orientieren sich Kunden erstmal dort und verschaffen sich einen Überblick über Preise und Möglichkeiten. 
Ein weiteres Argument dafür ist die Abwicklung der Bestellungen. 
Alles ist wohl organisiert und wirkt auf den Kunden sortiert und professionell. 

ABER ich entscheide mich trotzdem dageben.
Gehe einen Schritt zurück, um damit einen Schritt nach vorne zu machen.

Denn was ist das Wichtigste, bei dem was wir tun?

LOVE what you DO.
DO what you LOVE.

Und dem werde ich kompromisslos folgen. 

Ich trinke jetzt meinen wohlverdienten zweiten Kaffee und geniesse jetzt einfach meinen persönlichen Befreiungsschlag.
Vielleicht sortiere ich später noch mein Material - vielleicht lege ich mich aber auch in die Sonne und lasse mich von Inspiration küssen.  

Egal wie - I'm back on track. Und mache, was ich MÖCHTE. 



Namasté, meine Lieben!



 


Montag, 20. März 2017

Zahltag


Ich glaube an Karma.
Und daran, dass ich mit meiner Art zu leben einen positiven Einfluss darauf habe, was mir passiert bzw. was mir zufällt.
Ich glaube daran, dass es sowas wie ein 'Karmakonto' gibt, auf das wir alle einzahlen und irgendwann ist dann der grosse Zahltag. Und genau dann spürst Du, dass alles einen Sinn macht.

Momentan brummt es in unserem Haus wie in einem Bienenstock. 
Fast jeden Tag kommen Leute und bauen Möbel ab - nehmen Lampen, Dreiräder und Haushaltsartikel mit, die nicht mit uns umziehen werden.
Alles, wovon wir uns trennen werden, inseriere ich in einem grossen Online Anzeigenmarkt. Und dabei achte ich nicht nur auf gute Fotos. Ich achte auch darauf, dass meine Preise fair sind.
Wobei - die wenigsten Sachen sind zu VERKAUFEN. Denn die meisten verschenken wir.

Ich möchte an diesen Dingen nicht verdienen. Denn ich möchte andere damit glücklich machen. Eine Freude machen. Oder bestenfalls ein wenig finanzielle Last abnehmen, wenn sie Geld sparen können. 
Für alle Abholer gibt es ein freundliches Wort - egal, ob sie zahlen oder etwas geschenkt bekommen.
Und mit allen sind bisher tolle Gespräche entstanden.
Man steht zusammen und lacht. Redet darüber, warum wir so viel abgeben und es werden ganz oft Hände geschüttelt und bisweilen gibt es auch ganz feste Umarmungen.  

Ich spüre, dass das die richtige Art und Weise ist, um unseren Weg zu beginnen. Dass uns diese positive Energie trägt und Kraft gibt - und dass es genau DER Grund ist, warum alles, was mit unserem Umzug in den Norden zu tun hat, irgendwie von alleine läuft.

Egal ob Haussuche, Schulauswahl oder unvermutete Kontakte - es läuft. 
Nach langer Durststrecke manifestiert sich das Gefühl, dass sich das lange Warten und das intensive Arbeiten an unserem Traum gelohnt hat - everything is falling into place. 

Und wenn ich HEUTE jemandem erklären möchte, was Karma eigentlich ist, dann erzähle ich keine abstrakte Geschichte - sondern dann erzähle ich von meinem Leben.
Davon, dass ich immer an die guten Dinge im Leben glaube und dass ich nicht müde werde, auf mein Karmakonto einzuzahlen.

Denn irgendwann ist Zahltag. 
Und dann spürst Du, dass DU der Sinn bist. 



Namasté, meine Lieben!
Bis bald!



Montag, 6. März 2017

Mommindful goes Minimalismus


Diese Woche kommt hoffentlich der Mietvetrag für das neue Haus - und mit den Unterschriften darunter besiegeln wir ein neues Kapitel in unserem Leben.

In unserem Denken haben wir schon lange neue Seiten aufgeschlagen und für uns war klar, dass wir bald den nächsten Schritt gehen, um das auch in die Tat umzusetzen.

Denn wenn wir von 'Neuorientierung' reden, dann sprechen wir nicht nur davon, dass wir in ein anderes Bundesland ziehen. Oder in Richtung Norden. 
Wir reden da vor allem auch über die Ausrichtung unserer Familie. Über Werte. Und den Weg, den wir mit unserer Erziehung einschlagen möchten. 

Bisher haben wir in einem grossen und mehr als gut ausgestatteten Haus gelebt. Es gab Platz ohne Ende und wenn ich Euch erzähle, dass unsere Kinder bobbycarfahren im Wohnzimmer gelernt haben, ist das kein Witz. 
Mehrmals im Jahr haben wir umgeräumt und die Möbel neu arrangiert. Jeder schlief mal wo anders und die Möbel rotierten lustig mit, denn räumlich gab es keine Platzbeschränkung.

Mit der Zeit wurde aber diese Flexibilität und das Platzangebot zur Last.
In den Köpfen der Kinder wurden die Annehmlichkeiten zur Normalität und es entstand Anspruchsdenken und Erwartungshaltung. Es wuchs ein verzerrter Blick auf das Leben anderer Menschen - auf Menschen, die nicht so viel Platz und Ressourcen zu Hause haben.
Auf Menschen, die vielleicht nicht so üppig und unbeschwert wohnen. Auf Menschen, die aber trotzdem glücklich sind mit dem wenigen, was sie haben. 

Oft habe ich mit meinem Herzensmann abends darüber dieskutiert, was da in den Köpfen der Kinder passiert. Was sich da formt - und vor allem, WER sich da formt.
Wir haben uns tiefe Gedanken darüber gemacht, was wir den Kindern mit auf den Weg geben wollen und welche Werte uns wichtig sind.

Wir kamen zu dem Schluss, dass wir dieses Platzangebot nicht mehr möchten. 
Denn dieser Platz und die Grösse des Hauses hat uns spürbaren Erhaltungsdruck erzeugt. Nicht nur im finanziellen Sinn - sondern auch darin, wieviel Zeit dabei investiert werden muss, um das alles zu erhalten und zu pflegen.
Uns wurde klar, dass wir diesen Lebensstil nicht brauchen, um glücklich zu sein. Und dass es andere Werte sind, die das Leben bereichern und Kinder wachsen lassen.  

Wenn wir in dieser Woche den neuen Mietvertrag unter Dach und Fach bringen, nehmen wir einen grossen Schritt in die Umsetzung unserer Überzeugung. 
Denn dann besiegeln wir eine 180 Grad Kehrtwende, die nachhaltig unser Leben verändern wird.

Nein, nicht, weil wir damit in letzter Konsequenz in einer anderen Stadt neu beginnen werden - wir werden die HÄLFTE unseres Hausstandes auflösen und von einem 200qm Haus mit üppigem Raumangebot in ein kleines 100qm Haus ziehen, welches noch nicht einmal einen Keller hat. 
Wir werden uns von allem trennen, was wir nicht brauchen und mit dem umziehen, was die Essenz unseres Lebens ist.

Denn es zählt nicht, was wir besitzen.
Es zählt, wer wir sind und was wir zu geben haben. 
Und DAS kann man auch mit ganz wenig.
Mit wenig Platz im Haus - und ganz viel Platz im Herzen.


Namasté,
meine Lieben.
 
Eure Wiebke

Donnerstag, 2. März 2017

Lebenszeichen



Hallo Ihr Lieben!

Hier kommt heute Morgen ein kleines Lebenszeichen von mir!

Ich bin seit vergangenen Freitag zu Hause und habe die OP und die Zeit im Krankenhaus mit einem blauen Auge überstanden.
In den letzten Tagen musste ich erstmal viel schlafen und noch viiiiieeeel mehr essen. 

Die OP war für eine Schilddrüsen-OP recht lang - die Schilddrüse war bis an die Wirbelsäule gewachsen und es war höchste Eisenbahn, dass sie rauskam.
Kurz nach der OP setzten dann Taubheitsgefühle in Armen und Beinen ein und ich bin in das allerschönste Kalziumtief mit Lähmungserscheinungen geschlittert. Keine schöne Erfahrung, aber zum Glück liess sich das recht schnell beheben.

Ich war dann heilfroh, als ich am Freitag entlassen wurde!

Zwar hatte ich eine sehr angenehme Zimmernachbarin und mein Herzensmensch war zweimal pro Tag bei mir, um mich mit selbstzubereiteten Speisen zu verpflegen (sorry, liebes DRK Krankenhaus Alzey - aber DAS, was Ihr da einem Patienten mit Multi-Unverträglichkeiten vor die Nase setzt, ist wirklich eine Unverschämtheit!), aber ich fühlte mich krank, wund, 'krankenhausmiefig' und einfach nur schlapp.

Nachdem die Kinder über Karneval ein paar Tage frei hatten, konnten wir die vergangenen Tage erstmal in Slowmotion verbringen. Und erst heute sind wir wieder in den normalen Alltag eingestiegen.

Wie es mir jetzt geht?

Der Hals ist noch geschwollen und im Nackenbereich steif. Meine linke Halsseite ist deutlich schlechter dran die rechte, denn links musste mehr Gewebe entfernt und tiefer geschnitten werden. 
Die Einstellung meiner Medikamente muss auch noch angepasst werden, aber das gehe ich in den nächsten Tagen an.

Ziel in der nächsten Zeit ist jetzt, zu entgiften und die ungezählten Infusionen mit Chemie wieder aus meinem Körper zu bekommen und mich mit DEN Nähstoffen zu versorgen, die bei mir im roten Bereich sind.
Auch muss ich schauen, dass der Hals wieder beweglich wird UND die Narbe braucht besonders viel Pflege.

Ich fühle mich jetzt seltsam verwundet. Verletzlich. Und auch wenn die Narbe soweit gut aussieht und man nicht meckern kann, spüre ich, dass ich meinem Körper dabei helfen muss, diesen sprichwörtlichen Einschnitt zu verarbeiten. 

Meine wunderbare Familie hilft mir dabei übrigens sehr!
Herzensmann und Kinder entlasten mich, wo es nur geht und der Krankenschwester-Hund Jette gibt sein Bestes!

Diese Woche nehme ich mich hier noch ein wenig zurück und ab kommenden Montag bin ich für Euch wieder online! Ich freue mich auf Euch!

Namasté,
Eure Wiebke

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